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Wer arm ist, nimmt weniger am politischen und sozialen Leben teil.
Ob in Sportvereinen, Gewerkschaften oder Parteien: Arme sind überall seltener dabei, als es ihrem Anteil an der Gesellschaft entspricht.
Ob in Sportvereinen, Gewerkschaften oder Parteien: Arme sind überall seltener dabei, als es ihrem Anteil an der Gesellschaft entspricht.
Während 3,6 Prozent der Bevölkerung Mitglied einer Partei sind, haben nur 2,0 Prozent des ärmsten Bevölkerungs-Fünftels ein Parteibuch; im reichsten Bevölkerungs-Fünftel sind es 6,7 Prozent. Immerhin 5 Prozent der Armen sind Gewerkschaftsmitglieder - doch bei Personen jenseits der Armutsgrenze ist der Organisationsgrad fast dreimal so hoch (14 Prozent). Auch unterhalb der Schwelle einer formalen Mitgliedschaft in einer Organisation engagieren sich Arme weniger: An einer Unterschriftensammlung haben sich im Jahr 2007 einer Befragung zufolge 23 Prozent der Personen mit einem Einkommen über der Armutsrisikogrenze beteiligt - gegenüber 11 Prozent unter der Armutsrisikogrenze. Sechs Prozent - und damit fünf Mal so viele Personen mit Einkommen über der Armutsrisikogrenze - berichten von ihrer Teilnahme an einer Demonstration, während es nur 1,2 Prozent der Personen waren, deren Einkommen darunter liegt.
Der unterschiedliche Partizipationsgrad betrifft insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene: In der Altersgruppe von 16 bis 24 Jahren sind 48 Prozent der Personen mit Einkommen über der Armutsrisikogrenze sportlich aktiv, von den Armen sind es nur 33 Prozent. Kinos, Popkonzerten oder Diskotheken besuchen einmal in der Woche 18 Prozent der armutsgefährdeten Jugendlichen, bei den nicht armutsgefährdeten sind es 29 Prozent.
Quelle: "Dritter Armuts- und Reichtumsbericht" der Bundesregierung