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Armut in Deutschland

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Arme Menschen sind öfter krank und sterben früher

Arme Männer leiden häufiger an Schlaganfällen, Bronchitis, Schwindel oder Rückenschmerzen, bei armen Frauen sind Herzinfarkte und Diabetes weiter verbreitet. Männer und Frauen aus der Unterschicht leiden 1,6mal häufiger unter Depressionen als Personen der Oberschicht. Fast jeder zweite Arbeitslose gibt an, er sei nicht gesund.

Von den Erwerbstätigen sagt dies nicht einmal jeder dritte. Arbeitslose verbringen im Schnitt mehr als doppelt so viele Tage im Krankenhaus wie Erwerbstätige.

Nach dem  Bericht "Gesundheit in Deutschland" des Bundesgesundheitsministerium sind außer Arbeitslosen auch allein erziehende Frauen häufiger krank. Sie sind häufiger von Nieren- und Lebererkrankungen, Bronchitis und Migräne betroffen als verheiratete Mütter. Psychische Leiden sind bei ihnen doppelt so oft anzutreffen wie bei Verheirateten. Allein erziehende Väter sind hingegen genauso krank bzw. gesund wie andere Männer.
Die Gesundheitsrisiken wirken sich auf die Lebenserwartung aus. Zwar steige diese auch für "untere Sozialschichten" -  aber langsamer als im Schnitt. Zum Beispiel leben Männer mit Abitur im Schnitt drei Jahre länger als Männer ohne Hochschulreife. Bei Frauen beträgt der Unterschied sogar vier Jahre.

Ist Gesundheit zur Ware geworden? Einerseits solle die gesetzliche Krankenversicherung garantieren, dass alle - unabhängig vom Einkommen - medizinische Versorgung erhalten. Auf der anderen Seite spielten "in den letzten Jahren Zuzahlungen und direkte Käufe von medizinischen Leistungen eine zunehmende Rolle", so der Bericht.

Die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Arm und Reich beginnen schon in der Kindheit. Darauf hat der bundesweite Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS)1  des Robert-Koch-Instituts ergeben. Arme Kinder leiden überdurchschnittlich häufig an Essstörungen und Fettleibigkeit. Das hängt nicht nur mit der Ernährung zusammen: Arme Kinder spielen weniger im Freien und treiben weniger Sport. Fast jedes dritte Unterschicht-Kind zeigt psychische Auffälligkeiten; in der Oberschicht sind es nur halb so viele Kinder. Hauptursache sind Familienkonflikte.

Quelle:
Bericht "Gesundheit in Deutschland" des Bundesgesundheitsministeriums, September 2006;
Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts
Stand: 1.1.2007

 

 

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