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Armut in Deutschland

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Lebensstandard

Auf was müssen Arme verzichten?

Armut lässt sich nicht nur daran messen, über welche Ressourcen Menschen verfügen - etwa welches Einkommen ihnen zur Verfügung steht. Man kann auch erfassen, wie welche Bedürfnisse befriedigt werden und wie hoch ihr Lebensstandard ist.

Die Ansichten der Bundesbürger darüber, was zum notwendigen Lebensstandard gehört, sind "im großen und ganzen homogen und zeitlich konstant", haben die Forscher Hans-Jürgen Andreß, Anne Krüger und Bronia Katharina Sedlacek festgestellt.  Grundbedürfnisse wie Ernährung, Hygiene und Wohnen stehen im Vordergrund, gefolgt von Ansprüchen an Kommunikation, Information, Mobilität und finanzielle Absicherung. Die Rangfolge sei "über die Zeit stabil geblieben". Allerdings sei die private Altersvorsorge "zuletzt deutlich in den Vordergrund gerückt".

Die Deckung des Grundbedarfs falle "kaum finanziellen Hindernissen zum Opfer": Maximal ein Prozent der Bevölkerung musste 2003 auf einen Fernseher, ein Telefon oder auf eine warme Mahlzeit an jedem zweiten Tag verzichten. 7 bis 10 Prozent der Westdeutschen sind nicht in der Lage, ein Auto zu unterhalten, die Wohnung ohne Probleme zu zahlen oder einmal im Monat Gäste zu bewirten. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung muss darauf verzichten, neue Möbel anzuschaffen, in Urlaub zu fahren oder Geld auf die hohe Kante zu legen. Von diesen Defiziten besonders betroffen sind Arbeitslose, Personen mit sehr niedrigen Einkommen oder geringer Schulbildung, aber auch Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Ausländer sowie sehr junge Leute. Rund 8 Prozent der Bevölkerung hätten einen "dauerhaft unzureichenden Lebensstandard". Haupt-Risikofaktoren sind Arbeitslosigkeit und Einkommenseinbußen.

Was können sich die Deutschen nicht leisten?     
in Prozent der Haushalte ; Quelle: SOEP 2003  West Ost
Farbfernseher  0,3 0,2
Fleisch/Fisch alle zwei Tage  1 2
Telefon  1 2
gute Wohngegend  3 2
guter Zustand des Hauses  5 6
Wohnung zahlen  7 7
Auto  7 7
 Freunde zum Essen einladen  10  14
 abgenutzte Möbel ersetzen  19  21
 finanzielle Rücklagen  22  24
 einwöchige Urlaubsreise/Jahr  21  22

Stand: 1.1.2007

Quelle: Hans-Jürgen Andreß/Anne Krüger/Bronia Katharina Sedlacek: Armut und Lebensstandard - Zur Entwicklung des notwendiges Lebensstandards der Bevölkerung 1996-2003. Gutachten im Rahmen des Armuts- und Reichtumsberichtes der Bundesregierung, August 2004
(Download pdf)

 

 

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Die Ansichten der Bundesbürger darüber, was zum notwendigen Lebensstandard gehört, sind "im großen und ganzen homogen und zeitlich konstant".
Hans-Jürgen Andreß/Anne Krüger/Bronia Katharina Sedlacek