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Nützliches zum Thema

Spezialbegriffe aus der Welt der Finanzmärkte


Acting in concert

Nach deutschem Recht ein verbotenes abgestimmtes Verhalten von Anteilseigern, die über mehr als 30 Prozent der Stimmrechte verfügen und daher entscheidenden Einfluss auf das Unternehmen ausüben können. Nach dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG) müssen die abgestimmt handelnden Anteilseigner das der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) anzeigen und den Minderheitsaktionären ein Übernahmeangebot machen. Mit dieser Vorschrift sollen Kleinaktionäre vor allem bei Unternehmensübernahmen vor Manipulationen durch koordiniert agierende Aktionärsgruppen geschützt werden.

Agio

Aufgeld, das über den Nennwert der Gesellschaftsanteile hinaus gezahlt wird. Agio plus Nennwert ergibt den Ausgabepreis.

Arbitrage

Ausnutzung von Kurs- oder Preisunterschieden, die Wertpapiere oder andere Handelsobjekte zur selben Zeit an verschiedenen Börsen haben können. Arbitrage ist im Vergleich zur Spekulation, bei der zeitliche Preis- und Kursschwankungen ausgenutzt werden, risikolos. Gegenstand von Arbitragegeschäften sind Effekten, Geldkapital, Gold, Devisen und börsenmäßig gehandelte Rohstoffe.

Asset deal

Erwerb der einzelnen Wirtschaftsgüter (Vermögen und Verbindlichkeiten) eines Unternehmens.

Asset sales deal

Übernahmetransaktion, bei der ein großer Teil des Kaufpreises durch Verkauf von Vermögenswerten der übernommenen Gesellschaft realisiert wird. Der Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte führt zur Reduzierung des Schuldendienstes.

Asset Stripping

Zerschlagung eines übernommenen Unternehmens durch Verkauf von Sparten oder einzelner Wirtschaftsgüter.

Bad Bank

Ein Kreditinstitut in das andere Banken überwiegend risikobehaftete, als "schlecht" oder "giftig" erscheinende, Kredite oder Wertpapiere ausgelagern können. In der Finanzkrise können Banken sich so von unsicheren Forderungen entlasten und erhebliche Abschreibungen verhindern, die ihre Existenz gefährden. Für die ausgelagerten Schuldverschreibungen garantiert in Deutschland der Staat über seinen Bankenrettungsfonds SoFFin.

Bookbuilding-Verfahren

Das verbreitetste Platzierungsverfahren bei Börsengängen ist die Bookbuilding-Methode. Dabei bestimmt das Konsortium eine Ober- und Untergrenze für den Ausgabekurs. Innerhalb dieser Spanne zeichnen die Interessenten ihre Orders. Nach Ablauf der Frist wird der Emissionspreis festgelegt. Übersteigt die Anzahl der Aufträge das zur Verfügung stehende Aktienvolumen, müssen die Anteile zugeteilt werden.

Bonds

Englische Bezeichnung für Anleihe (weitere Synonyme: Rentenpapier, Obligation, Schuldverschreibung). Anleihen sind Finanzierungsinstrumente, die je nach Emittent z. B. hinsichtlich ihrer Laufzeit, Verzinsung und Währung unterschiedlich ausgestaltet werden können.

Börsenkapitalisierung

Wert eines Unternehmens, den es zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Börse hat. Er berechnet sich aus der Zahl der Aktien multipliziert mit dem Börsenkurs.

Buy-and-build-Strategie

Zukauf von mehreren Unternehmen zwecks Aufbau einer Unternehmensgruppe.

Buy out

Unternehmensübernahme durch Eigenkapitalinvestoren und Management.

Cash flow

Unter einem Cash flow versteht man eine Kennzahl zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens. Er wird berechnet als Überschuss der laufenden operativen Einzahlungen über die laufenden operativen Auszahlungen. Der Cash flow ist ein Indikator für die Ertragskraft und das Innenfinanzierungspotential eines Unternehmens, d. h. für seine Fähigkeit, aus seinem operativen (Kern-)Geschäft Finanzmittel zu erwirtschaften, um Schulden zu tilgen, Gewinne an die Anteilseigner auszuschütten und Investitionen zu tätigen.

Cash flow deal

Traditionelle Form eines Management Buy Out (MBO), der im Wesentlichen aus den erwirtschafteten flüssigen Mitteln eines Unternehmens finanziert wird. Schlüsselgröße ist der Cash flow, aus dem der Kapitaldienst (Zinsen und Tilgung) für das zur Finanzierung des Buy Out eingesetzte Fremdkapital getragen werden muss.

Collateralized Debit Obligations (CDO)

Unter einer Collateralized Debit Obligation versteht man die Umwandlung von Krediten in handelbare Wertpapiere (siehe auch CDS). Banken führen dabei mehrere Kredite zu einem Portfolio zusammen. Das wird, meist nach Risikoklassen geschichtet, in Tranchen zerlegt, die als CDO-Papiere zu risikoadjustierten Konditionen an Investoren verkauft werden.

Commodities

Englische Bezeichnung für Rohstoffe. Die Spekulation in Rohstoffmärkten gehört zu den klassischen Hedge-Fonds-Strategien. Die Bezeichnung wird häufig auch als Oberbegriff für Massenprodukte verwendet.

Convertible debt

Anleihen oder Schuldverschreibungen eines Unternehmens, die in Aktien bzw. Anteile umgewandelt werden können (auch: Wandelanleihen).

Corporate Bonds

Englische Bezeichnung für "Unternehmensanleihen".

Credit Default Swaps (CDS)

Ein CDS ist ein Vertrag zur Absicherung von Kreditrisiken. Dabei gibt der Sicherungsverkäufer dem Sicherungskäufer die Zusage, Ausgleichszahlungen in Höhe eines ggf. eintretenden Verlustes zu übernehmen, wenn bestimmte, vorher festgelegte Ereignisse eintreten. Im Gegenzug zahlt der Sicherungsnehmer dem Sicherungsgeber eine Prämie. Ein CDS funktioniert also wie eine Kreditversicherung. Gläubiger kaufen sich Versicherungsschutz für den Fall, dass der Schuldner zahlungsunfähig wird. Da CDS standardisiert sind, können sie auch am Kapitalmarkt gehandelt werden.

Dach-Fonds

Indirekte Form der Fondsanlage, bei der der Dach-Fonds in andere Fonds investiert.

Daytrader

Marktteilnehmer, der versucht, sich sehr kurzfristige Trends an den Kapitalmärkten zunutze zu machen. Dabei kauft bzw. verkauft er Finanzinstrumente (z. B Devisen und Optionen), um sie kurze Zeit später mit möglichst hohem Profit wieder zu verkaufen bzw. zu kaufen. Daytrader sind nie langfristig investiert.

Debt

Fremdkapitalfinanzierung, i. d. R. über gesicherte Bankkredite.

Delisting

Vorgang, ein Unternehmen von der Börse zu nehmen (Ggs.: Going public).

Derivate

Derivate sind von den klassischen Anlageinstrumenten (z. B. Aktien, Anleihen und Gold) oder anderen Marktprodukten (z. B. Waren und Devisen) abgeleitete handelbare Finanzprodukte wie Futures, Optionen und Swaps. Dabei werden Leistung und Gegenleistung nicht wie beim Kassageschäft Zug-um-Zug ausgetauscht, sondern im Voraus für einen späteren Zeitpunkt vereinbart.

Deutschland AG

Mit dem Begriff bezeichnet man das in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland gewachsene Netzwerk von Banken, Versicherungen und Industriekonzernen.

Direkte Beteiligung

Einbringung von Gesellschaftskapital in ein Unternehmen, wodurch der Investor zum Gesellschafter wird.

Discounted Cash flow

Verfahren zur Bestimmung des Unternehmenswertes.

Diskontierungsmodelle

Bewertungsmodelle, die künftige Ertragserwartungen auf einen bestimmten Zeitpunkt abzinsen, um den Wert des Investments zu diesem Zeitpunkt zu bestimmen.

Due diligence

Unter einer Due diligence (engl.: Sorgfältigkeitsprüfung) versteht man die sorgfältige Analyse, Prüfung und Bewertung eines Objektes durch Sachverständige im Vorfeld einer geschäftlichen Transaktion (z. B. eines Unternehmensoder Immobilienerwerbs). Als Maßstab werden die Anforderungen angelegt, die ein vorsichtiger Geschäftsmann bei der Abwicklung seiner eigenen Geschäfte anwenden würde. Die Due diligence beinhaltet insbesondere eine systematische Stärken-/ Schwächen-Analyse des Kaufobjekts und eine Analyse der mit dem Kauf verbundenen rechtlichen, finanziellen und personellen Risiken. Die Due diligence sucht nach so genannten Dealbreakern. Das sind Sachverhalte, die einem Kauf im Wege stehen und ihn zum Scheitern bringen könnten (z. B. Bodenkontaminierung).

Early stage-Finanzierung

Finanzierung der Frühphase eines Unternehmens, beginnend von der Finanzierung der Konzeption bis zum Start der Produktion und Vermarktung (auch Seed- oder Start up-Finanzierung).

Eigenkapital

Reinvermögen des Unternehmens, berechnet als Differenz zwischen seinem Vermögen und seinen Schulden.

EBIT

Earnings before interest and taxes; Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern: Ergebnisgröße, die bei der Unternehmensbewertung unter Außerachtlassung der Finanzierung(sstruktur) verwendet wird.

EBITDA

Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization; Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielles Vermögen.

Equity

Eigenkapital

Exit

Ausstieg eines Investors aus einer Beteiligung durch Veräußerung seines Anteils im Wege von z. B. Buy back, trade sale, secondary purchase oder Going public.

Finanzintermediär

Institut, das Geldkapital von Anlegern entgegennimmt und an Kapitalnehmer weitergibt oder den Handel zwischen Kapitalgebern und -nehmern erleichtert. Bezieht sich typischerweise auf Banken und Versicherungsgesellschaften.

Fixed Income Arbitrage

Anlagestrategie, die oftmals von Hedgefonds verfolgt wird und darauf abzielt, mittels gegenläufiger Positionen Preisineffizienzen bei Zinstiteln und Derivaten auszunutzen, ohne dabei das allgemeine Marktrisiko einzugehen.

Fristentransformation

Banken nehmen kurzfristige Einlagen herein und legen langfristige Kredite heraus. Bei der Fristentransformation können sie die Laufzeitprämie vereinnahmen, sind aber dem
Risiko einer Änderung der Zinsstruktur ausgesetzt.

Free Cash flow

Cash flow (Mittelzufluss) aus operativer Tätigkeit abzüglich Mittelabfluss für Sachinvestitionen.

Fremdkapital

Schulden eines Unternehmens, berechnet als Differenz zwischen seinem Vermögen und seinem Eigenkapital.

Fund raising

Einwerben von Fondsmitteln; Startphase eines Fonds, in der bei institutionellen, industriellen oder privaten Anlegern für die Zeichnung von Fondsanteilen geworben wird.

Geierfonds

(engl. Vulture Capitalist) Fonds, deren Geschäft in erster Linie im Handel mit notleidenden Krediten besteht. Sie sammeln Geld bei Pensionsfonds und anderen institutionellen Anlegern, kaufen notleidende Kredite mit großen Abschlägen ein und versuchen, einen Teil dieser Kredite einzutreiben. Beispiele für Fonds mit solchen Strategien sind: Lone Star, Cerberus, Oak Tree. Solche Finanzinvestoren investieren in insolvente oder insolvenzreife Krisenunternehmen und verwerten deren noch veräußerbares Vermögen.

Going private

Rückkauf eines Unternehmens von der Börse in privates Eigentum (Gegensatz: Going public).

Going public

Gang eines Unternehmens an die Börse (Gegensatz: going private).

Großkredite

Nach §§ 13, 13a, 13b KWG: Kredite an eine Kreditnehmereinheit, die 10 % des haftenden Eigenkapitals einer Bank erreichen oder übersteigen.

Hedge-Fonds

Hedge-Fonds sind spezielle Arten von geschlossenen Investmentfonds. Sie werden aufgrund der besonderen Risiken ihrer Anlagepolitik vom Investmentgesetz (InvG) als "Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken" bezeichnet. So dürfen sie anders als klassische Investmentfonds in alle Anlagegegenstände außer Immobilien und Immobiliengesellschaften investieren und auch so genannte Leerverkäufe tätigen. Unterschieden wird zwischen Single-Hedge-Fonds, die ihr Kapital direkt in verschiedene Anlageformen investieren, und Dach-Hedge-Fonds, die in andere Single-Hedge-Fonds (so genannte Ziel-Fonds) investieren. In Deutschland sind Single-Hedge-Fonds nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen.

High Yield-Markt

High-Yield-Bonds sind festverzinsliche Wertpapiere schlechterer Kreditqualität, d. h. der Schuldner besitzt eine niedrige Bonität. Sie werden von den Rating-Agenturen in der Regel als BB+ oder schlechter eingestuft, bieten höhere Renditen als Bonds mit besseren Ratings, beinhalten allerdings auch höhere Risiken.

Holding period

Zeit, in der ein Investment im Portfolio verbleibt.

Hurdle rate

Basisvergütung, die der Investor vorrangig vor einer Gewinnbeteiligung des Managements erhält.

Immobilienfonds, offener

Rechtlich unselbständiges Sondervermögen, das von einer Kapitalanlagegesellschaft getrennt von ihrem eigenen Gesellschaftsvermögen verwaltet wird. Ein offener Immobilienfonds investiert überwiegend in Immobilien und Immobiliengesellschaften. "Offen" wird diese Art von Fonds genannt, weil der Anlegerkreis, die Anzahl der erworbenen Immobilien und die Laufzeit der Anlage grundsätzlich unbegrenzt sind. Die Anteile können jederzeit zum aktuellen Kurswert verkauft werden. Unterschieden werden Publikumsfonds und Spezialfonds.

Institutionelle Anleger

Gruppe von Kapitalmarktteilnehmern in der Rechtsform einer juristischen Person (AG, KGaA, GmbH), deren gemeinsames Merkmal außerdem häufig ein hohes Anlagevermögen ist. Beispiele: Banken, Versicherungen, Bausparkassen, Pensionsfonds, Investmentfonds.

Investmentfonds

(Fonds, franz: Kapital); Investmentfonds (engl.: Fund) sind Sondervermögen einer Investmentgesellschaft. Investmentfonds bündeln die Kapitaleinlagen mehrerer Anleger und legen sie mit dem Ziel einer möglichst breiten Risikostreuung in verschiedenen Vermögenswerten (Wertpapieren, Geldmarktinstrumenten, Immobilien, stille Beteiligungen) an. Ein Investmentfonds (bzw. sein Sondervermögen) entspricht dem gesamten, von seinen Anlegern eingezahlten Kapital und den damit erworbenen Vermögenswerten.

Investment Grade

Ratingeinschätzung im Bereich von BBB- oder höher (nach Notation der Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch) bzw. Baa3 oder höher (nach Moody's); Die Kreditqualität von Schuldnern oder Wertpapieren mit einem Rating im Investment Grade-Bereich wird als vergleichsweise hoch eingestuft. Siehe auch Non-Investment Grade.

IPO (Initial Public Offering)

Im angloamerikanischen Raum Bezeichnung für die öffentliche Erstemission von Anteilen junger und mittelständischer Unternehmen.

IRR (Internal Rate of Return)

Interner Zinsfuß; finanzmathematische Methode zur Berechnung der Rendite eines Investments.

Junk bonds ("Ramschanleihen")

Anleihen eines Emittenten mit geringer Bonität und daher hohem Investitionsrisiko bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Kapitalmarkt

Oberbegriff für alle Märkte, an denen Anleger Kapital zum Zwecke der Vermögensmehrung investieren können. Der organisierte Kapitalmarkt handelt mit Wertpapieren (Anleihen, Rentenpapiere, Aktien). Am nicht organisierten Kapitalmarkt werden z. B. Darlehen, Beteiligungen, Hypotheken, Hypotheken- und andere langfristige Finanzierungskredite gehandelt. Der Gläubiger erhält sein Geld hier in der Regel erst bei Fälligkeit der Forderung zurück.

Kreditausfallswap

Siehe Credit Default Swap: CDS

Kreditderivate

Finanzinstrumente, die das Kreditrisiko von einem zugrunde liegenden Finanzierungsgeschäft separieren und anschließend dessen isolierte Übertragung an Investoren ermöglichen. Kreditausfallswaps sind die am häufi gsten genutzten Kreditderivate.

Later stage-Finanzierung

(engl.: Spätphasenfinanzierung): Finanzierung von Expansionen, Übernahmen, Überbrückungen etc. bei kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Leerverkauf

Bei einem Leerverkauf spekuliert der Verkäufer darauf, von einem erwarteten Kursverfall zu profitieren. Dazu leiht er sich gegen Zahlung einer Gebühr bzw. Prämie Wertpapiere (z. B. von Investmentbanken) und verkauft sie an andere Marktteilnehmer. Ist der Kurs wie erwartet gefallen, kann er die Papiere zu einem günstigeren Kurs am Markt einkaufen und an den Entleiher zurückgeben. Die Spanne zwischen dem Verkaufs- und Rückkaufspreis bezeichnet man als Arbitrage.

Letter of intend (LOI)

Schriftliche, unverbindliche Absichtserklärung eines Investors zur Beteiligung an dem Unternehmen, die die wesentlichen Rahmenvereinbarungen der angestrebten Investition enthält.

Leverage

Hebeleffekt, ursprünglich aus der Unternehmensfi nanzierung; Erhöhung der Eigenkapitalrendite durch die Aufnahme von Fremdkapital. Der Effekt lässt sich nutzen, wenn die Gesamtkapitalrendite höher ist als der Fremdkapitalzins. Der gleiche Effekt lässt sich mit Derivaten erzielen, da hier mit geringem Kapitaleinsatz an der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Gutes oder Finanzinstruments partizipiert werden kann.

Leveraged Buy out (LBO)

Unter einem LBO versteht man eine spezifische Investitionsform, bei der zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs ein möglichst hoher Anteil an Fremd- und wenig Eigenkapital eingesetzt wird.

Listing

Notierung eines Unternehmens an der Börse (Ggs.: Delisting).

Mittelständische Beteiligungsgesellschaft

Öffentlich geförderte Beteiligungsgesellschaften, die mit Ausnahme von Bremen in jedem Bundesland tätig sind und sich aus dem ERP-Programm refinanzieren. Öffentliche Beteiligungsgesellschaften engagieren sich vorrangig als typische stille Gesellschafter, seltener auch in Form einer Direktbeteiligung.

Management Buy in (MBI)

Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management mit finanzieller Unterstützung von Investoren, die Eigenkapital einbringen.

Management Buy out (MBO)

Übernahme eines Unternehmens durch das vorhandene Management, in der Regel mit Hilfe von Investoren, die Eigenkapital einbringen.

Non-Investment Grade

Ratingeinschätzung im Bereich unterhalb von BBB- (nach Notation der Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch) beziehungsweise Baa3 (nach Moody's); Schuldner oder Wertpapiere mit einem Rating im Non-Investment Grade-Bereich werden als spekulativ eingestuft, die Wertpapiere auch als Hochzinspapiere (Englisch: High Yield Bonds) bezeichnet.

Notleidende Kredite (Nonperforming Loans: NPL)

Kredite, deren vollständige Rückzahlung ungewiss ist. In Deutschland werden hierunter einzelwertberichtigte Kredite verstanden.

Offene Beteiligung

Direkte Beteiligung an einem Unternehmen durch Übernahme von Unternehmensanteilen.

Option

Recht, den zugrunde liegenden Optionsgegenstand (z. B. Wertpapiere oder Devisen) von einem Vertragspartner zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt (europäische Option) beziehungsweise in einem vorher bestimmten Zeitraum (amerikanische Option) zu einem ex ante fest vereinbarten Preis zu kaufen (Call-Option) oder an diesen zu verkaufen (Put-Option). Optionen können vor Fälligkeit gehandelt werden.

OTC (Over-the-counter)

Außerbörslicher Handel mit Finanzinstrumenten.

OTC-Derivate-Markt

Markt, auf dem Derivate direkt zwischen zwei Parteien, das heißt ohne Einschaltung einer Börse gehandelt werden. Viele Derivate-Kontrakte werden fast ausschließlich auf diese Weise geschlossen, zum Beispiel Swaps und exotische Optionen.

Partiarisches Darlehen

Darlehen, bei dem der Darlehensgeber Mitspracherechte an Unternehmensentscheidungen erhält.

Pay back

Summe aus investiertem Betrag und Veräußerungsgewinn, die beim Ausstieg aus der Beteiligung realisiert wird.

Pipe

Private Investment in Public Equity; Investition einer Beteiligungsgesellschaft in ein börsennotiertes Unternehmen.

Portfolio

Summe des Kapitals einer Kapitalbeteiligungsgesellschaft, das in verschiedenen Beteiligungen angelegt ist.

Pre IPO

Beteiligungsfinanzierung vor einem Börsengang.

Prime Broker

Finanzinstitute, die ein Bündel von Dienstleistungen gegenüber Hedgefonds erbringen. Diese Dienstleistungen umfassen üblicherweise die Handelsabwicklung, die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren, die Wertpapierleihe, die Gewährung von (besicherten) Krediten sowie das Berichtswesen über Handelspositionen und deren Wertentwicklung.

Private debt

Fremdkapital, das vorwiegend von institutionellen Investoren, i. d. R. ohne Abwicklung über eine Bank im Zuge einer Privatplatzierung zur Verfügung gestellt wird.

Private Equity

Private Equity ist eine eigene Anlageklasse und bildet den Oberbegriff für alle Formen der Beteiligung an einem Unternehmen mit Eigenkapital. Unter Private Equity versteht man auch die Investition in nicht börsennotierte Unternehmen mit Eigenkapital. Dabei steht der Begriff "Private" für "nicht öffentlich" (Finanzierung außerhalb des öffentlich zugänglichen Kapitalmarkts) und "Equity" für "Eigenkapital". Das Pendant bildet das Public Equity. Im Unterschied zum Fremdkapital nimmt der Eigenkapitalgeber uneingeschränkt am Gewinn und Verlust eines Unternehmens teil, so dass seine Renditeforderungen grundsätzlich höher sind als die von Kreditgebern.

Private high yield bond

Privat, d. h. außerhalb der Börse platzierte Hochzinsanleihe.

Private placement

Private Platzierung (ohne Inanspruchnahme der Börse) von Aktien (Ggs.: public offering).

Public Equity

Mit dem Begriff bezeichnet man die Finanzierung über Eigenkapital, das an Börsen in Form von Aktienkapital aufgenommen wird.

Public offering

Öffentliches Angebot von Aktien über die Börse (Ggs.: Private placement).

Publikumsfonds

Fonds, deren Anteilsscheine von jedem erworben werden können (Ggs.: Spezialfonds). Bei Publikumsfonds werden z. B. unterschieden: Aktien-, Renten-, Immobilien-, Geldmarkt-, Dach-, Misch-, Garantie-, Index-, Laufzeit- und seit 2004 in Deutschland zum öffentlichen Vertrieb zugelassene Hedge-Fonds.

Raider (engl.: Räuber)

Als Raider bezeichnet man besonders aggressiv agierende Beteiligungsgesellschaften. Sie identifizieren unterbewertete Unternehmen und versuchen, in den Besitz einer Stimmrechtsmehrheit zu gelangen, häufig durch eine feindliche Übernahme. Anschließend verkaufen sie die lukrativen Sparten und Vermögensgegenstände des Unternehmens, ziehen Barmittel ab und entlassen dabei zur Kostenreduzierung i. d. R. auch große Teile der Belegschaft.

Rangrücktritt

Erklärung eines Darlehensgebers für den Fall der Insolvenz, bei der Verteilung der Insolvenzmasse mit seiner Forderung im Rang hinter alle anderen Gläubiger zurückzutreten und somit als Letzter berücksichtigt zu werden. Durch die Rangrücktrittserklärung erhält das Darlehen quasi Eigenkapitalcharakter.

Rating

Bonitätsmäßig skalierte Einschätzung der Kreditwürdigkeit von Schuldnern (z. B. Unternehmen, Banken oder Staaten) beziehungsweise der von ihnen begebenen Wertpapiere.

REIT

Abkürzung für Real Estate Investment Trust; börsennotierte Immobiliengesellschaften, die unter bestimmten Voraussetzungen von der Zahlung der Ertragssteuern befreit sind. Dafür muss z. B. der überwiegende Teil der laufenden Einnahmen aus Immobilien stammen und ein Großteil der Gewinne an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Auf der Ebene der Anteilseigner sind die Gewinne allerdings zu versteuern.

Rendite

Synonym für Ertragsrate, Kapitalverzinsung oder Return on Investment (RoI). Die Rendite gibt das Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital an, wird meist als Prozentsatz angegeben und auf Jahresbasis berechnet.

SEC (Securities and Exchange Commission)

Börsenaufsichtsbehörde der USA.

Secondary buy out

Weiterveräußerung einer Beteiligung.

Seed capital

Finanzierung der Ausreifung und Umsetzung einer Idee in verwertbare Resultate bis hin zum Prototyp.

Short-Position

Durch Verkauf eines (noch) nicht in seinem Eigentum befi ndlichen Wertpapiers (sog. Leerverkauf) geht der Verkäufer eine Short-Position ein. Er setzt auf fallende Kurse, da er darauf abzielt, dieses Papier in Zukunft günstiger zurückzukaufen und den Differenzbetrag zwischen Verkaufs- und Rückkaufspreis zu verdienen.

Subordinated debt

Nachrangiges Darlehen, das im Verhältnis zu anderen Gläubigern mit einem Rangrücktritt versehen ist. Eine solche Erklärung (Subordination) bewirkt, dass die Ansprüche der Gläubiger im Falle einer Liquidation, einer Insolvenz oder eines Nachlassverfahrens während der Laufzeit des Darlehens hinter den Ansprüchen einiger oder aller anderen Gläubiger zurück treten. Wegen der Nachrangigkeit fordern die Nachrangdarlehensgeber neben einer fixen Vergütung in der Regel einen gewinnabhängigen Risikoaufschlag für die Kapitalüberlassung.

Senior debt

Bankkredit, der im Falle der Insolvenz oder Liquidation des Unternehmens vorrangig vor dem Eigenkapital und Mezzaninem Kapital bedient wird.

Share deal

Kauf von Geschäftsanteilen eines Unternehmens.

Spezialfonds

Fonds bzw. Sondervermögen, bei denen die Anzahl der Anleger gesetzlich auf 30 begrenzt ist.

Spin-off

Ausgliederung einer Abteilung oder eines Unternehmensteils aus einem Unternehmen oder einem Konzern.

Squeeze out

Aktienrechtliche Regelung, die das zwangsweise Ausscheiden von Minderheitsgesellschaftern gegen Barabfindung regelt. Voraussetzung ist, dass ein Aktionär mindestens 95 Prozent der Stimmrechte hält.

Start up-Finanzierung

Finanzierung einer Unternehmensgründung.

Stille Beteiligung

Beteiligung an einer Gesellschaft, bei der der Gesellschafter nach außen nicht in Erscheinung tritt und die Beteiligung nicht in das Handelsregister eingetragen wird. Sie wird in der Regel mit einem festen Zins und erfolgsabhängiger Komponente vergütet. Der so genannte typische stille Gesellschafter partizipiert am Gewinn und am Verlust der Gesellschaft, der atypisch still Beteiligte wird darüber hinaus am Vermögen und damit auch am Vermögenszuwachs (den stillen Reserven) der Gesellschaft beteiligt.

Stresstest

Simulation der Auswirkungen extremer Ausnahmen von normalen (Markt-)Entwicklungen. Die Bundesbank führt regelmäßig Makrostresstests durch, indem sie mit Hilfe eines ökonometrischen Modells für verschiedene Szenarien die Entwicklung des Kreditrisikos und des Zinsergebnisses prognostiziert. Bei Mikrostresstests - wie dem Marktrisikostresstest - wird eine Auswahl von Banken gebeten, auf Basis vorgegebener Szenarien die Marktwertveränderungen ihrer eingegangenen Positionen in Prozent des haftenden Eigenkapitals zu ermitteln.

Streubesitz/Festbesitz (von Aktien)

Als Festbesitz gelten alle Anteile eines Anteilseigners, die zusammen mindestens fünf Prozent des auf eine Aktiengattung entfallenden Grundkapitals ausmachen. Unabhängig von der Höhe der Beteiligung zählen zum Festbesitz alle Anteile eines Aktionärs, die einer gesetzlichen oder vertraglichen Sperrfrist hinsichtlich ihrer Veräußerbarkeit von mindestens sechs Monaten unterliegen. Zum Streubesitz gehören alle Anteile, die von Vermögensverwaltern und Treuhandgesellschaften, Fonds, Pensionsgesellschaften, Unternehmensbeteiligungsgesellschaften, Kapitalanlagegesellschaften und ausländischen Investmentgesellschaften mit kurzfristigen Anlagestrategien gehalten werden. Eine ebenfalls gebräuchliche, angloamerikanische Bezeichnung für den Streubesitz lautet free float. Syndication: Zusammenschluss mehrerer Eigenkapitalgeber zur Finanzierung größerer Investments mit hohem Risiko.

Target

Zielunternehmen für eine Unternehmensübernahme oder eine Beteiligung.

Termingeschäft

Ein Termingeschäft wird anders als ein so genanntes Kassageschäft nicht sofort nach Geschäftsabschluss erfüllt, sondern erst zu einem späteren Termin. Unterschieden werden zwei Arten: Das unbedingte Termingeschäft muss von beiden Vertragsparteien zwingend durchgeführt werden. Unbedingte Termingeschäfte sind beispielsweise Devisentermingeschäfte. Beim bedingten Termingeschäft erhält der Käufer das Wahlrecht, auf der Grundlage vorher festgelegter Bedingungen erst in der Zukunft über die Durchführung des Geschäfts zu entscheiden. Zu den bedingten Termingeschäften zählen z. B. Optionen.

Turnaround-Finanzierung

Finanzierung eines Unternehmens zur Überwindung einer wirtschaftlichen Krise.

Venture Capital

auch: Risikokapital; Venture Capital-Fonds finanzieren Unternehmensgründer und junge Unternehmen. Bei einem Venture Capital kann es sich auch um eine Beteiligungsfinanzierung durch Industrieunternehmen bzw. deren eigene Beteiligungsgesellschaften handeln, die neben hohen Renditen ein strategisches Konzerninteresse verfolgen.

Volatilität

Maß für die Schwankungen zum Beispiel eines Finanzmarktpreises innerhalb einer bestimmten Periode (entspricht der Standardabweichung).

Zinsswap

Vereinbarung zwischen zwei Parteien über den Austausch unterschiedlicher Zinszahlungsströme während einer bestimmten Laufzeit zu festgelegten Terminen.