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Kinderarmut
Mit beiden Elternteilen meist auf der sicheren Seite
Ob Kinder in Armut aufwachsen müssen oder nicht, hängt in erster Linie von der Familienkonstellation ab. Von den gut fünf Millionen Minderjährigen, die mit beiden Elternteilen und Bruder oder Schwester zusammenleben, ist weniger als jeder zehnte von Armut betroffen.
Von den 13 Millionen Kindern in Deutschland leben 2,4 Millionen in Armut. Ohne familienpolitische Leistungen wären es knapp 2 Millionen mehr.
Ob Kinder in Armut aufwachsen müssen oder nicht, hängt in erster Linie von der Familienkonstellation ab. Von den gut fünf Millionen Minderjährigen, die mit beiden Elternteilen und Bruder oder Schwester zusammenleben, ist weniger als jeder zehnte von Armut betroffen. Unter den Kindern von Alleinerziehenden jedoch mehr als jedes dritte. Leben im Haushalt mehr als zwei Kinder, steigt das Armutsrisiko bei allen Familientypen. Das geht aus dem Dossier "Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland" hervor, das die Prognos AG im Auftrag des Familienministeriums erstellt hat.*
Was auf den ersten Blick erstaunt: Paarhaushalte mit einem Kind haben öfter ein Einkommen unter der Armutsgrenze als Paare mit zwei Kindern - obwohl Letztere ein höheres Einkommen brauchen, um nicht als arm im Sinne der EU-Definition zu gelten. Die Autoren der Studie erklären das geringere Armutsrisiko von Zwei-Kind-Familien mit dem Karriereverlauf der Eltern: Sie bekämen das zweite Kind oft in einem Lebensabschnitt, in den auch spürbare Zuwächse bei Lohn oder Gehalt fallen.
Häufiger als deutsche sind ausländische Kinder von Armut betroffen, besonders jüngere. Dies liegt der Untersuchung zufolge daran, dass Ausländer seltener erwerbstätig und öfter im Niedriglohnbereich beschäftigt sind. Die Vermutung der Sozialforscher, dass in Familien mit ausländischem Haushaltsvorstand im Durchschnitt mehr Kinder leben, bestätigte sich hingegen nicht.
Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Dossier Armutsrisiken von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Mai 2008 (pdf)
Stand: 5. Juli 2008